Taras Welten - 24-teilige Serie in der ARD

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Imbali
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Taras Welten - 24-teilige Serie in der ARD

Beitrag von Imbali » 04.03.2011, 09:26

Hallo Ihr,

da bin ich eben - und leider zu spät, denn die beiden ersten Teile liefen heute Nacht - drauf gestoßen, es geht um eine Ehefrau und Mutter mit DIS:
Tara Gregson, Ehefrau und Mutter zweier Kinder, ist nicht das, was man eine normale Mami nennen würde - denn Tara hat eine multiple Persönlichkeit. Je nach Stimmungslage kommt einer ihrer (zunächst) drei verborgenen Charaktere zum Vorschein: die vulgäre, aufreizend gekleidete Teenagerin "T", der aggressive Vietnamveteran Buck oder die altmodische Bilderbuchmutter Alice. Gemeinsam ist den dreien nur eines: Sie sorgen für Verwirrung und Chaos. Taras Mann und ihre Kinder versuchen, sich so gut wie möglich mit der skurrilen Situation zu arrangieren. Doch als Tara in der ersten Folge bei ihrer Tochter Kate erst ein Verhütungsmittel findet und sie später mit einem Jungen beobachtet, droht die Situation aus dem Ruder zu laufen.

Als Komödie mit ernsten Untertönen erzählt die mehrfach preisgekrönte Serie "Taras Welten" vom Alltag einer nicht ganz alltäglichen Familie. Die Hauptrollen spielen Toni Collette und John Corbett.

Auf den ersten Blick sind die Gregsons eine ganz normale amerikanische Familie: Sie leben in einem gediegenen Vorort von Kansas City, Vater Max (John Corbett) verdient den Lebensunterhalt und Mutter Tara (Toni Collette) kümmert sich um den Haushalt und die beiden Kinder, die aufmüpfige Teenagerin Kate (Brie Larson) und ihren etwas jüngeren Bruder Marshall (Keir Gilchrist). Man merkt allerdings sehr schnell, dass es bei den Gregsons einen entscheidenden Unterschied zu anderen Familien gibt: Als Tara zu Beginn der ersten Folge ein Rezept für die "Pille danach" in Kates Zimmer findet, ist sie darüber so verunsichert, dass augenblicklich eine ihrer anderen Persönlichkeiten das Regiment übernimmt: Sie verwandelt sich in die rotzfreche "T". Das vulgäre kleine Flittchen solidarisiert sich umgehend mit ihrer "Altersgenossin" Kate und versucht später, Max zu verführen - schließlich ist Tara "nicht zu Hause". Der arme Kerl weist die aufreizende "T" jedoch schweren Herzens zurück, da er mit seiner Frau vereinbart hat, mit ihren anderen Persönlichkeiten keinen S*x zu haben. Man sieht: Die Gregsons haben es nicht ganz leicht mit ihrer unter einer dissoziativen Identitätsstörung - allgemein auch "multiple Persönlichkeitsstörung" genannt - leidenden Mutter. Trotzdem haben sie sich an die skurrile Situation gewöhnt und behandeln jeden von Taras unterschiedlichen Charakteren als willkommenen Hausgast. Das ist nicht immer ganz einfach, vor allem, wenn Tara sich in den rauchenden und Bier trinkenden Vietnamveteranen Buck verwandelt, der mit seinen Machosprüchen vor allem dem sensiblen Marshall das Leben schwer macht. Buck taucht auch auf, nachdem Tara ihre Tochter in Begleitung eines in ihren Augen unpassenden Verehrers gesehen hat. So ist beim abendlichen Besuch einer Schulaufführung anstelle von Tara der latent aggressive Buck anwesend. Als er nach der Show Kates ahnungslosen Freund sieht, kommt es zu einer aberwitzigen Konfrontation.

Toni Collette, vielfach preisgekrönte Charakterdarstellerin aus Filmen wie "The Sixth Sense", "In den Schuhen meiner Schwester" und "Little Miss Sunshine", vollbringt in der multiplen Titelrolle von "Taras Welten" eine echte Meisterleistung. Von einer Sekunde auf die andere verwandelt sie sich mit beeindruckender Glaubwürdigkeit von einer ganz gewöhnlichen Mutter in eine obszöne Teenagerin, einen asozialen Vietnamveteranen oder eine ebenso konservative wie wortgewandte Bilderbuchmutter im Stil der 50er Jahre - und im Verlauf der Serie kommen noch weitere Charaktere hinzu. Kein Wunder, dass sie für diese Leistung mit dem Golden Globe als Beste Komödiendarstellerin in einer Serie und einem Emmy Award ausgezeichnet wurde. Ihr verständnisvoller Ehemann wird von "S*x & the City"-Star John Corbett verkörpert.

Das medizinische Phänomen einer multiplen Persönlichkeit wird wohlgemerkt nicht der Lächerlichkeit preisgegeben. Mit feinem Gespür für Milieus und ungewöhnliche, dabei lebensnahe Situationen, gelingt es den Machern, der humorvollen Serie auch ernstere Untertöne zu geben. Die Idee sowie sämtliche Drehbücher zu "Taras Welten" stammen von Diablo Cody, die für ihr Drehbuch zu dem Kinohit "Juno" einen Oscar erhielt. Als Regisseure der einzelnen Folgen konnte Produzent Steven Spielberg unter anderem Craig Gillespie ("Lars und die Frauen") und John Dahl ("Red Rock West") gewinnen.
Den 1. Teil (lief heute Nacht von 02:05 Uhr bis 02:35 Uhr) und den 2. Teil (lief heute Nacht von 02:35 Uhr bis 03:05 Uhr) habe ich nun leider verpasst, aber nächste Woche werde ich es dann wohl mal aufnehmen und gucken ...

Die weiteren Termine (in der ARD, wie gesagt) sind immer Freitags morgens irgendwann nach 2:00 Uhr, jeweils 2 Folgen hintereinander.

LG Imbali
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schmetterlingsteam
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Beitrag von schmetterlingsteam » 04.03.2011, 10:47

hey,
also wir hatten uns die englischsprachigen originalfolgen mal vor ca 1,5jahren auf youtube angeschaut(sind schon alt halt, sollte ursprünglich auch nicht in deutsch rauskommen) und waren schockiert...also finden,dass das multi-sein da gar nicht nett dargestellt ist...öhm, eher slapstick, auch wenns wohl aufklärend gemeint ist...
denen, die hier gut englisch können, würden wir erst mal die englischen auf youtube empfehlen, bevor ihr euch ne nacht wachhaltet und es dann ähnlich mies findet, wie wir.
liebe grüße
Let's fly!

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Feenkinder
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Beitrag von Feenkinder » 04.03.2011, 11:09

Hi,
also wir haben nur die Inhaltsangabe hier gelesen und haben dann gemerkt, dass wir immer wütender geworden sind. Haben versucht in uns reinzuhorchen warum. Entweder werden mer als Monsters dargestellt oder als Witzfiguren.
So ähnlich wie das schmetterlingsteam schreibt, als Slaptick.

Wir sind als Team noch sehr jung - noch keine zwei Jahre alt.
Wir halten uns nicht deshalb für krank, weil wir multibel sind, dass wir mehrere sind empfinden wir als Bereicherung. Aber irgendwie haben wir das Gefühl, das da bei dieser Serie auf Kosten von Multis gelacht wird.

Wir für uns würden sowas auch nicht anschauen, weil wir noch sehr stark in unserer Selbstfindung sind und uns soetwas nur verwirren würde.

Alles Liebste
Scheily, Lulubuleinichen, Walty, Clary, Dennisse July und ohne Köppchen

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Imbali
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Beitrag von Imbali » 04.03.2011, 11:37

Hi Ihr,

danke erst mal für Eure Einschätzung!

Ich denke, ich werde bei den nächsten Folgen zumindest mal reingucken.

Ich weiß noch, als ich das erste mal von "multipler Persönlichkeit" hörte (war die Verfilmung von "Aufschrei", dann mal von einem Kollegen später, der was von einer Bekannten erzählte), hatte ich den Eindruck, dass "man so doch gar nicht leben kann". Dass die Personen in einem System auch lernen können, mit einander zu kommunizieren und zu kooperieren, wusste ich nicht, ich stellte es mir als totales Chaos vor, nur unkoordinierte Wechsel, dauernd Zeitlücken, nichts auf die Reihe bekommen, für die Außenwelt völlig unberechenbar sein. Mit "so jemandem" befreundet sein zu können, hätte ich mir damals nicht vorstellen können ... Tja, das waren halt so meine ersten Eindrücke, die ich bekommen hatte ...

Und wenn ich mich heute mit anderen Unos darüber unterhalte, also mit Leuten, die bisher keine Multis kennen (oder es evtl. auch einfach nur nicht wissen ... ;-) ), dann denke ich, dass mein damaliger Eindruck wohl gar nicht soooo außergewöhnlich war. Daher werde ich mir die nächsten Folgen mal angucken, weil mich interessiert, ob diese Serie es zumindest schafft zu zeigen, dass es durchaus möglich ist, als Multi ein ziemlich normales Leben zu führen und dass Multis nicht "völlig unberechenbare Menschen" sind, bei denen man lieber mal vorsichtig Abstand hält oder so ... ;-)

Na, ich bleibe dann einfach mal bis nächste Woche gespannt. ;-) - Denn ich gestehe, ich habe zwar eigentlich nichts gegen Englisch, aber Amerikaner im Fernsehen zu verstehen finde ich nicht immer so ganz leicht, also schaue ich es mir lieber in Deutsch an.

LG Imbali
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Tautropfen
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Beitrag von Tautropfen » 05.03.2011, 16:48

Hi,
also die nacht rumgeschlagen habe ich nciht,um die Serie zu schauen, DVD-Recorder macht's möglich. :mrgreen:

In meiner Zeitung steht "TEEENYSERIE"! Und wenn man das im Hinterkopf behält, ist die Serie sogar ganz erträglich. Aber es stimmt schon, das ganze wirkt eher lächerlich. Also, wenn man das mit "eientlich für Pubertierende gedacht" im Blick behält, ist die Serie sogar ganz nett. - Und bevor irgendwer sich angepiekst fühlt: Fremdschämen war bei manchen Szenen schon drin - aber insgesamt bin ich jemand, der gern auch über sich und seine "Macken" lacht.
Ärgerlicher find ich dann schon, wenn irgendwo zu lesen ist, diese Serie sei Realitätsnah oder so. Und ich würde sie auch nicht zwangsläufig empfehlen um zu sagen: "hey, schau mal, so sieht MEIN leben aus!"...

Liebe Grüße
Tautropfen
Zwei Wege boten sich mir dar,
ich ging den,
der weniger benutzt war.
dies machte den Unterschied!
( nach Robert Frost)

Auenwald
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Beitrag von Auenwald » 05.03.2011, 21:18

its tha stupid...people ll mean its afunny kinda lifestyle tobe a multiple pers....

tangle
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Beitrag von tangle » 22.08.2013, 20:39

Hallo zusammen,

ja, ich weiß, das Thema ist eigentlich schon uralt, aber da ich ja nen Sticky hier gefunden habe, in dem sogar steht, dass man gern in alten Kamellen weiterschreiben darf, mach ich das jetzt einfach mal ;-)

Ich hab die Serie über ein englisches Forum für Überlebende gefunden und muss sagen, ich mag sie :oops: Ich bin ein totaler Fan von makabrem Humor und auch wenn es total übertrieben ist, diese Serie hat mir schon das ein oder andere Türchen geöffnet, um Freunde in ein Gespräch über multiple Persönlichkeiten zu verwickeln, ganz ohne auf mich selbst schließen lassen zu müssen.

Ich schau mir die Serie auf Englisch an, bin bald bei Staffel 3 und ich kann sagen, dass Tara schon sehr viele Fortschritte macht und "co-consciousness" (oh Gott, sorry Leute, ich hab den deutschen Begriff grad nicht auf dem Schirm) und "Verträge" mit einzelnen Persönlichkeiten angesprochen.
Ich weiß natürlich nicht, wie es letztendlich in voller Länge in den Episoden aussieht, aber der Trailer hat mir Hoffnung gegeben, dass man auch die Entwicklung sehen kann...


so yeah.. just my 2 cents

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TheInvisibles
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Beitrag von TheInvisibles » 21.01.2017, 21:11

Hi Leute,
wir haben Taras Welten auch auf englisch geguckt vor einigen Jahren.
Bei uns hat das sogar geholfen, weil nicht so viel Fokus auf Trauma liegt sondern eben auf dem Alltag.
Wir haben die Serie fertig geguckt - alle Staffeln. Und Tara ändert sich stark, sie geht zwischendurch in eine Klinik und komminuziert mit den ganzen Innies.
Es tauchen auch mal neue auf, z.B. ein traumatisiertes Kind und auch dunkle Anteile, die ihr das Leben wirklich schwer machen - das war stellenweise sogar fast gruselig für einige von uns.

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Petry
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Hallo Invisibels

Beitrag von Petry » 29.03.2017, 12:53

Wir haben uns das in unserer Familie auch zum Teil angesehen und mein Mann (Multi) sagte es käme ganz gut an die Wirklichkeit heran. Wir finden es Schade, das diese Serie abgesetzt wurde, aber das liegt wahrscheinlich daran, das man hiermit nicht wirklich ein breites Puplikum erreicht. Denn wer will schon die Wahrheit sehen, wenn sie nicht irgendwie ordentlich gepfeffert wird mit absoluter Übertriebenheit wie in "Split". Es tut mir ja leid, aber das lockt die meisten Menschen ins Kino, für viele nur ein toller Film.Ich bezweifele das sich die Menschen hier auch nur einmal wirkliche Gedanken machen. Bei Tara, wie du schon schriebst, ist es viel näher an der Realität, wie so ein Alltag als Multi sein kann. Dann ist die Sendezeit ja auch nicht gerade freundlich um ein Puplikum an dieses empfindliche Thema heranzuführen.
Leider sind die Menschen mittlerweile so drauf, je überdrehter, brutaler und Actionreicher ein Film ist, desto
besseren Absatz macht er. Schade eigentlich.
Grüsse Petry

Fruchtfliege
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Beitrag von Fruchtfliege » 06.04.2017, 21:08

Ich will hier ja niemandem auf den berühmten Schlips treten, aber Taras Welten nah an der Realität?
Halte die Serie schon für reichlich über spitzt...

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Petry
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Hallo Fruchtfliege

Beitrag von Petry » 07.04.2017, 10:08

Ich glaube niemand fühlt sich auf den Schlips getreten,
ich habe ja geschrieben, das wir nicht alles von Tara gesehen haben und mein Mann, ein Multi, meint es käme
g a n z g u t
an die Wirklichkeit heran.
Ein Thema, mit dem sich mal jemand auseinander setzt.
Nur ein Multi kann sich wie ein Multi fühlen, die anderen "UNOS" können nur versuchen zu verstehen und nach zu empfinden.
Ein Uno kann sich nur wie ein Uno fühlen und die anderen
"Multis" können nur versuchen zu verstehen und nach zu empfinden.
Ist das eigentlich nicht egal.
Jeder fühlt was er fühlt, jeder empfindet wie er empfindet.
Mein Mann meinte, das die Alltagssituationen, die in dieser Serie beschrieben werden, doch ganz schön viel Ähnlichkeit mit seinem Multi erleben hier ist. Er hat sich jedenfalls in manchen Situationen wiedergefunden. Die Kleinen übrigens auch und was meint ihr, was hier Gesprächsstoff zusammen kam, war echt interresant.
Und weil wir nicht Alle gleich sind, gibt es auch verschiedene Meinungen über..
nah an der Wirklichkeit----oder nicht.
Grüsse
Petry

Nebelsuppe
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Beitrag von Nebelsuppe » 14.04.2017, 14:47

Ich sehs wie Fruchtfliege.
Hab nur kurz zufällig reingeschaut und hat gereicht.

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Petry
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Hallo Nebelsuppe

Beitrag von Petry » 16.04.2017, 21:45

Ich glaube nur kurz reinsehen ist zu wenig, wenigstens für einige trifft das zu.
Eins drf man nicht vergessen, ihr Multis erlebt die Welt innen wie außen, wir unos nicht. Ich finde es gut wenn sich Menschen mal mit dem Bild "Multi" auseinander setzen. Im Internet kann man ja soooooooooooooooo viel darüber lesen.
Über die Krankheit, so wird es ja oft genannt, die mit ein paar Pillen in den Griff zu bekommen ist. Weit gefehlt. Mein Mann ist ja Multi mit bis jetzt 7 Leutchen drin. 2 sind vor wenigen Jahren gegangen, unter anderem dem sogenannten Host. Aber wie die Wirklichkeit ist mit einem Multi zu leben, eine Familie mit Außen und Innen Kindern zu haben, kann sich kaum einer wirklich Vorstellen, außer der der es tut.
Es ist ein ziemlich heißes Thema, da finde ich es wenigstens gut, das man mal auf die Idee kommt sich damit auch filmisch zu beschäftigen. Nur wer Interesse hat wird sich dann auch mit dem Thema auseinander setzen, oder. Die Anderen "UNOS" sehen sich das wohl nicht an, wenn es sie nicht interessiert. Du schaust ja auch nicht alles an, was sie so im Fernsehen zeigen oder? (Ich möchte dich nicht persönlich angreifen, verstehe es bitte nicht falsch.) Aber wenn wir davon ausgehen, was man alles so an Filmen präsentiert bekommt und die Menschen danach an Engel, Götter, Satan, Feen, Hobbits, Furrys und an all sowas glauben und sich damit beschäftigen, sollte es mehr dieser Filme geben, über Multis, denn das ist auch Realität. Ein Körper mit vielen eigenständigen Personen, oder. Menschheit werdet wach. Ich kenne die Kämpfe, wir als Familie haben viele davon. Ringen um Anerkennung, um Geliebt und aktzieptiert werden. Freunde, die es mit uns tragen, Freunde die es nicht verstehen und damit nicht umgehen können, uns verlassen und so weiter. Wir als Familie ( und damit meine ich meine eigenen geborenen Kinder, 4 Stück, ich als Mutter, Frau, Freundin, Kumpel, und mein Mann mit seinen Jungs und Kindern innendrin) Aber ich kämpfe wie eine Löwin für uns alle und es werde es auch weiter tun so lange man mich läßt und es gebraucht wird.
Ob bei Ärzten, Therapeuten, Rentenkasse, etc. Es muß mehr von den Filmen mit diesem Thema kommen, damit Menschen anfangen sich damit zu beschäftigen, damit sie lernen zu verstehen, oder

Fruchtfliege
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Beitrag von Fruchtfliege » 17.04.2017, 10:59

Gut gemeint ist leider nicht immer gleichbedeutend mit gut gemacht...

Überleg mal nur für dich selbst, wie nimmst du deinen Mann wahr? Wie ist das Leben mit ihm, wie bemerkst du wenn ein anderer Jemand von innen vor dir sitzt? ...

Tatsächlich so wie in dieser Serie dargestellt?

...

Informationen und "Aufklärung" ist wichtig, das stimmt!
Aber nicht in der Form die eventuell bereits vorhandene Vorurteile und oder "gefährliches Halbwissen" unterstützt oder schürt

Wenn beispielsweise ein sog Gutachter diese Serie eins zu eins für bare Münze nimmt und dann ein Mensch ihm gegenüber sitzt der eine tatsächliche dissoziative Identitätsstörung hat, wem ist damit geholfen?

Und Leute die nach einem Film oder mehreren desselben Genres an Vampire, Zombies, Einhörner, Feen und weiß der Geier glauben - die wissen nach Filmen über Menschen mit einer DIS (selbst wenn diese nur zur Unterhaltung dienen) auch darüber bestens bescheid...


Eine noch immer weit umstrittene Diagnose anzuerkennen helfen Filme wie diese nicht.
Vorurteile, Fehlinformationen und "gefährliches Halbwissen" unterstützen sie schon und helfen dabei sie zu streuen...



Geholfen ist tatsächlich Betroffenen und ihrem Umfeld damit jedoch nicht

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Petry
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Hallo Fruchtfliege

Beitrag von Petry » 17.04.2017, 12:12

Ich gebe dir recht, das dies alles häufig Halbwissen ist, aber fängt nicht häufig etwas mit Halbwissen an? Es entstehen doch durch so etwas Fragen und Fragen wollen beantwortet werden.
Wer dann ehrlich sucht kann sich auch informieren, wie z.b in diesem Forum.
Der Freund meines Sohnes hat auch viele Fragen, er mag meinen Mann und die Kleinen, aber wie gesagt viele Fragen.Was wir beantworten können tun wir, der Rest ergibt sich meist durch das Zusammenleben.
Zu deiner Frage, ob ich weiß, wer denn bei meinem Mann da ist.
Ja, ich weiß es. Ich hatte ja auch immerhin viele Jahre Zeit zu beobachten, zu lernen.
Z.B Unser Ben ist durch den Flur gegangen und ich sagte:" Guten Morgen Ben." Er war sehr und erstaunt und meinte. "Ich hab doch gar nichts gesagt Mama und du weißt direkt, das ich es bin."
Selbst wenn wir kochen und die Kleinen dann schnell etwas Naschen, weiß ich genau wer von den Kleinen da ist.
Ich glaube wenn man so nah aneinander lebt und sich wirklich über die vielen Jahre damit auseinander setzt, genau hinsieht und jeden Einzelnen als eigenständige Persönlichkeit sieht kann man das.
Die Kleinen nehmen sich anders wahr, vom Körper, und sie können Spiegel nicht leiden, weil etwas stoppelbart passt nicht zu einem Siebenjährigen,oder?
Ich sehe aber dann nicht den Körper, der vor mir steht, sondern ich sehe nur die Person, die gerade bei mir ist.
Wir wussten lange nichts von K aber es gab Verhaltensweisen, die so gar nicht zu den Anderen passte und tief innendrin wußten wir, da ist noch jemand. Wir haben das auch offen angesprochen. Dieser Andere hat sich dann eines Tages gezeigt. Er wollte uns seinen Namen nicht nennen, gut dann haben wir ihm einen gegeben unter Vorbehalt, bis er sich entscheidet für einen Namen, den er haben möchte, denn wir wollten nicht über "den da" reden. Der Name hat etwas mit Persönlichkeit zu tun. Nun hat er seinen Namen selber gewählt. Er ist nicht ein Innie, er ist K. Ich bin halt sehr feinfühlig und das kommt uns zu gute, auch beim erkennen aller Personen. Man muß nur hinsehen.
Und ganz ehrlich, bei allen Widrigkeiten und Stress den wir schon in der Vergangenheit hatten, würde ich mit niemanden tauschen.
Wir beschreiten den Weg zusammen, das wollen auch alle von Ihnen.
Wie gesagt wir haben uns zusammengerauft und wollen Familie leben Alle. Und wenn es einer nicht will, egal ob außen oder Innenpersonen, dann eben nicht. Ich schlage jedenfalls für Niemanden die Türe zu.
Gruß Petry

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Beitrag von TheInvisibles » 17.04.2017, 14:13

Eine noch immer weit umstrittene Diagnose anzuerkennen helfen Filme wie diese nicht.
Vorurteile, Fehlinformationen und "gefährliches Halbwissen" unterstützen sie schon und helfen dabei sie zu streuen...



Geholfen ist tatsächlich Betroffenen und ihrem Umfeld damit jedoch nicht
Ich denke, dass die Serie in sofern nicht schlecht ist, weil sie die ganzen ultra krassen Psychofilme kontert in denen Multis als verrückte Psychomörder dargestellt werden.
Es gibt weitaus mehr Psycho-Mörder-Filme, die noch viel schlimmer sind was das Verständnis für die DIS angeht als Taras Welten. Da ist Taras Welten doch mal ne nette Abwechslung und die Leute merken vielleicht, dass DIS nicht gleichzusetzen ist mit Psycho-Mörder.
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Beitrag von Petry » 18.04.2017, 18:16

Ja, das finde ich auch. Und wißt Ihr alle was??????????????????
Bei dem Thema DIS tut sich was.
Ist nicht mehr so wie vor 20 Jahren das man als alles Mögliche abgestempelt wird aber niemand weiß was es wirklich ist.
Da unsere Familiensituation eben nicht der "Normalität" entspricht, rein Gesellschaftlich gesehen, haben wir heute bessere Möglichkeiten der Information und das ist gut. Auch bei den Therapeuten ist diese Diagnose nicht mehr...
"Was isn das????????????Machen wir mal nen Schizo draus.
Der Bruder, des besten Freundes meines Sohnes, hat eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und siehe da, sie mussten was über Multis lernen, wenn dies auch weniger Lernstoff einnimmt wie der Rest, ist das doch gut, also es tut sich was. Das finde ich sehr gut und für Betroffene sehr wichtig
Gruß
Petry

Fruchtfliege
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Beitrag von Fruchtfliege » 27.04.2017, 16:58

Stimmt, das ist positiv dass er in seinem Lehrgang etwas darüber "an die Hand" bekommen hat.

In sog Fachkreisen ist das "Thema" auch mehr aktuell und doch gibt es obwohl die Diagnose bereits "seit längerem" im offiziellen Diagnosekatalog aufgenommen wurde noch immer viele viele Ärzte, Therapeuten, Pflegepersonal, Gutachter, ... die diese nicht anerkennen / nicht daran glauben etc
Und leider gibt es nunmal auch so viele Menschen da draußen denen Halbwissen und Fehlinformationen genügt um sich eine Meinung zu bilden und von dieser auch äussert "ungern" abweichen

Eine freundliche Abwechslung vom "mordsgefährlichen Irren" ist die Serie vielleicht schon wenn man das so sehen mag.
Vielleicht mit sowas wie nem schmunzeln und ein paar zwinkernden Augen...

Denn nah an der Realität ist sie eben nicht

Petry, wenn du dir irgendwann aus Jux einfach mal ein, zwei Folgen ansiehst, wirst du vielleicht merken was ich mit den Fragen bzw Überlegungen gemeint hab, worauf ich hinaus wollte




Gruß in die Runde

Nebelsuppe
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Beitrag von Nebelsuppe » 02.07.2017, 11:12

Hallo

Die Serie bzw. Staffel 1 läuft ja momentan auf ORF1.
Darum hab ich mir auch mal gedacht...ok jetzt bemüh dich mal und schau eine oder zwei Folgen ganz an damit du da mal mitreden kannst und deine Vorurteile dass es bockmist ist, sich bestätigen können.

Spätestens nach Auftauchen von Alter Alice wollte ich wissen wie das weitergeht und hab mir die ganzen 3 Staffeln reingezogen.

Ich hab mich bemüht keine Spoiler zu verursachen im Text, weil davon gewisse Leute ausflippen. Dennnoch kanns welche haben :P

Insgesamt muss ich meine Meinung revidieren. Es ist brilliant.
Staffel 1 ist eher witzig und kommt lockerflockig daher. Ein guter Einstieg. Innert kurzem war ich sicher, diese Serie ist nicht "über" sondern für Multis gemacht!
Diese Meinung konnte sich aber nicht bis zum Ende bestätigen weil besonders Staffel 3 extrem triggern kann da sich dort Innenpersonen hart bekämpfen und ein Täterintrojekt oder wie es im Film genannt wird, Täter-Alters auftaucht. Also Staffel 3 würde ich nicht jedem empfehlen weils echt hart ist.
Trotzdem wird es genau da am realistischsten weil es den harten Inneren Konflikt darstellt zwischen Täteralters und Opferalters und dazwischen die Familie...und die "normalen" Alters...echt hart gut dargestellt!!

Auch die Unumkehrbarkeit der inneren Dynamik mit äusseren Auswirkungen wird dargestellt, wenn solche Abgründe erstmal losgetreten wurden.

Sicher ist die Serie insofern nicht realistisch, dass sich die Innenpersonen in der Realität oft nicht so stark gegen Aussen manifestieren können. Gründe dafür gibt es in deren Geschichte über entstehung und Leben.
Aber um sie in einem Film darstellen zu können ist der Weg der in der Serie gewählt wurde, doch sehr hilfreich.
Aber das brilliante ist, wie sie dargestellt werden, denn so sind sie im Inneren. Zumindest einige, diejenigen die im Aussen Aufgaben übernehmen können. Ich würde aber behaupten, in der Realität sind diese nicht darauf bedacht sich selber darzustellen, sondern konzentrieren sich vorwiegend auf ihren Aufgabenbereich und verschwinden dann wieder.
Die meisten beteiligen sich sogar nur indirekt am Leben.

Die Schauspielerin spielt unfassbar gut. Die Gesichtsausdrücke der verschiedenen Alters bringt sie unheimlich gut rüber und wenn sie auch im Film gegen aussen so ausschaut, so sieht eine betroffene Person diese Gesicher und Körper wohl eher im inneren.
Wenn sich alle Alters so gut im Körper ausdrücken könnten wie Taras Alters, dann wäre es wohl einfach die alle zu behandeln weil man sie von aussen erkennen könnte, das ist in der Realität sicher nicht so einfach.

Was aber sehr schön dargestellt wurde ist das "individuelle Selbsterleben" der verschiedenen Alters und ihre Kommunikation mit der Umwelt, dass sie auch Beziehungen haben können und anderen Menschen etwas beibringen.
Dass sie total anders Fokussieren und stark voneinander getrennte Fähigkeiten haben.
Auch die Wechsel sind gar nicht schlecht dargestellt wenn man berücksichtigt dass so ein Film nur der Versuch sein kann, das Unsichtbare sichtbar darzustellen!
Immer wenn ein Alters oder Tara selber mit der Situation überfordert ist, emotional an seine individuellen Grenzen des ertragbaren kommt, finden Wechsel statt. Auch wenn zu viel Druck aufgebaut wird bezüglich Taras Alters oder triggernde Situationen, übernimmt ein Alters dass die Situation Rockt oder einfach das eigene ding durchzieht und somit für Entlastung sorgt im System. Sehr gut dargestellt.
Besonders die Zeitpunkte.
Es können klar nur äusserliche Wechsel dargestellt werden, es ist nicht möglich darzustellen wie das selbe Innerlich passiert und äusserlich unsichtbar bleibt, aber das liegt in der Natur der Sache dass ein Film auch Unsichtbares nicht Sichtbar machen kann.

In der ganzen Serie werden auch andere psychische Probleme dargestellt und wie sie sich auf Beziehungen auswirken. Nur wenn man gut aufpasst kriegt man das mit. Jedes Familienmitglied , ja jede Figur hat Defizite und man könnte munter Diagnosen verteilen. Speziell das macht den ganzen Film oder die Serie sehr, sehr liebenswert, (finde ich) weil es die Botschaft vermittelt, jeder hat seine Defizite, Kämpfe und Stärken im Leben.
Jeder tickt mal aus und verzweifelt an Beziehungen beinahe, der Multi reagiert mit Wechseln und versucht vieles intern zu regeln was aussen schief läuft der Uno versucht es aussen zu regeln mit den Mitmenschen.
Alle tun irgendwie das selbe, darum sollten sie dankbar sein um die Innenpersonen denn die helfen Konflikte zu lösen, sie sind nicht einfach nur Ursache von Konflikten.
Toleranz ist der Schlüssel zum Leben. Keiner kriegt was er braucht, ohne die Toleranz der anderen.

Die Konflikte der Jugendlichen Alters mit den eigenen Kindern wird teilweise auch sehr gut dargestellt finde ich. Ganz besonders aus der Sicht von Tara .

Auch in staffel 2 und besonders 3 wird gut rausgearbeitet welchen Schaden Familienmitglieder anrichten wenn sie beginnen viel Druck auszuüben auf den Multi indem besonders ihr Mann beginnt in Taras Vergangenheit nach Ursachen zu suchen um sie zu ändern schlussendlich.

Klassisch ist die Therapeutin die sich verpisst sobald es ihr zu brenzlig wird, genau da wo Tara und ihr Mann Hilfe bräuchten.

Klassisch auch der Professor der nicht an Taras Alters glaubt und ihr eintrichtern will sie bilde sich das alles nur ein und somit löst er eine Katastrophe aus und provoziert Dunkles heraus mit seinem Spiel um Macht und intellektuelle Vorherrschaft der Deutungshoheit.
Indem er beauptet Taras Innenpersonen seien sie selber, will er die verzwickte Situation beherrschen und übersieht dabei, dass die dunkeln Innenpersonen somit freie Hand bekommen im system. Die ganzen Innenpersonen sind schon zu sehr nach aussen fokussiert, dass sie innerlich noch echte Kontrolle hätten.
Em Ende zieht er den Kürzeren und wirkt ziemlich geknickt. Sehr brilliant dargestellt und ich hab darin viele Situationen erkennt die ich selber erlebt habe.
Besonders Staffel 3 hat mich persönlich hart getroffen weil es etwas darstellt was an den Kern der Sache geht. Innere Opfer und Täter Alters.

Innenkinder werden so gut wie gar nicht dargestellt und viele Innenwelten fehlen. Auch reine Beschützer hab ich keine gesehen und nochmal irgendwas und einiges.
Aber es ist unmöglich das alles bildlich darzustellen in einem Film.

Der Schluss der Serie ist ebenfalls sehr gut gemacht und wie ich finde, genau am Richtigen Ort gewählt. Die Geschichte müsste in Staffel 4 neu beginnen, weil Tara erst da in eine spezielle Therapie geht.
Es geht aber in der ganzen Geshcichte nicht darum eine Therapie darzustellen, sondern das Alltagsleben, das Leben insgesamt.
Die Therapie kann man wohl erst in 50 Jahren in einem Film darstellen, dann wenn die Therapeuten eventuell auch mal klug genug sind passende Therapien anzubieten die nicht alles noch viel schlimmer machen sondern wirklich helfen.

Mein persönliches Fazit: Wenn man grosszügig darüber hinwegschaut dass die Serie ein Versuch ist das Unsagbare und Unfassbare in Teilen bildlich darzustellen, dann ist es brilliant gelungen.
Vorsicht: Man kann sich leicht verlieben in die verschiedenen Charaktere der Unos/Multis
Besondere Vorsicht: Staffel 2 und ganz besonders Staffel 3 nur ansehen wenn man stabil genug ist!

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