IP Vergabe mit Router

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Storm
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IP Vergabe mit Router

Beitrag von Storm » 05.11.2008, 20:27

Hallo Zumsel und alle anderen,

da auch ich kein Computer Genie bin und nur Bahnhof größtenteils verstehe, sobald es um die Technik meines PC´s geht, würde ich gern auf Saskja´s Beitrag mal noch eine Frage stellen.

Als ich mir einen PC jetzt kürzlich ebenfalls zulegte, wurde mir erzählt, dass ich in jedem Falle mir auch einen Router zwischen schalten sollte, da dieser es schwieriger machen soll, was die pers. Daten auf meinem PC betrifft.

Da ich finanziell dies nicht aufbringen konnte, bekam ich einen Router geschenkt, welchen ich jetzt zwischen meinem alice Gerät und meinem PC klemmte. (zumindest denke ich, dass der Techniker das hier jetzt auch so richtig geklemmt hat ;-) )

Meine Frage ist jetzt:

Was verstehe ich unter einer IP Adresse die dieser Router zwischen zeitlich für meinen Rechner vergibt?
Kann es vorkommen, dass ein geschenkter Router mir die IP Adresse des Vorbesitzers zuteilt, obwohl dieser jetzt an meinem PC hängt?
Wie oft wechselt solch ein Router die IP Adresse des PC´s?
Kann ich selbst bei mir irgendwo nachschauen, welche IP Adresse der Router gerade für meinen PC vergeben hat?

Falls irgendjemand mir diese Fragen beantworten könnte, wäre ich euch sehr dankbar.

Lieben Gruß
Storm

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Zumsel
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Beitrag von Zumsel » 05.11.2008, 23:48

Hallo Storm,

die IP-Adresse ist sozusagen die "Hausnummer" Deines Computers, mit der Dein Computer im Netzwerk (zu Hause oder im Internet) wiedergefunden werden kann. Denn wenn Du eine Internetseite aufrufst, muß der Server ja auch wissen, wohin er die Seite zurückschicken soll.

Die IP-Adresse wird im Internet von einem sogenannten DHCP-Server vergeben, den jeder Online-Anbieter hat, zum Beispiel T-Online oder Arcor oder was auch immer. Die Anzahl der Adressen ist aber nicht beliebig groß und daher bleibt so eine Adresse nur so lange für Deinen Computer reserviert, wie Du online bist, danach wird sie wieder freigegeben und einem beliebigen anderen Benutzer dieses Anbieters zugewiesen, der gerade online geht. Von daher ist so eine Adresse eben auch nur bis zum Trennen der Verbindung gültig. (Genau genommen ist das noch ein bißchen komplexer, aber ich will da nicht zu tief in die Details gehen.)

So läuft das mit einem direkten Internetzugang, etwa einem Modem oder einem DSL-Modem, mit denen man sich einwählt, eine Weile online ist und dann die Verbindung wieder trennt. Erkennbar daran, daß Du Dich mit Benutzernamen und Kennwort erst anmelden mußt, bevor Du online gehen kannst.

Beim Router läuft es ein bißchen anders: Deine Zugangsdaten, also Benutzername und Kennwort und was der Anbieter sonst noch haben will (bei T-Online zum Beispiel die Anschlußkennung) wird nicht mehr mit dem Computer eingegeben, sondern direkt im Router gespeichert. Wenn Du dann online gehen willst, mußt Du diese Daten nur einmal im Router speichern (das hat dann wahrscheinlich der Techniker bei Dir gemacht) und danach brauchst Du einfach nur eine Internetseite aufrufen und der Router erledigt die Anmeldung über seine gespeicherten Zugangsdaten vollautomatisch. Je nachdem, wie er eingestellt ist, bleibt er dann so lange online, bis er merkt, daß keine Daten mehr über die Leitung gehen, dann wartet er eine Weile und trennt dann die Verbindung. Oder er steht auf 24h online (was die meisten so machen), dann bleibt er immer online. Aber da gibt es ja noch das oben genannte kleine Problem mit den nicht ausreichenden Adressen. Und außerdem wollen die Anbieter auch nicht, daß die Leute ihre Router als Standleitung verwenden (weil diese viel teurer vermietet werden), daher hat jeder Router eine Zwangstrennung nach spätestens 24h, danach kann man auch wieder eine neue IP-Adresse bekommen (kann, muß nicht, hängt vom Anbieter ab). Den Zeitpunkt der Zwangstrennung kann man im Router einstellen (meistens nachts).

Aber der Router kann im Gegensatz zu einem DSL-Modem noch mehr: In der Regel hat er mehr als einen Netzwerkanschluß und oft zusätzlich auch noch einen WLAN-Zugang (Funknetzwerk). Das bedeutet, daß Du bei Dir zu Hause ohne weiteres 10 PCs gleichzeitig mit dem Router verbinden könntest, und alle könnten gleichzeitig online gehen. Ja, aber - oben habe ich doch gesagt, daß die IP-Adresse eine eindeutige "Hausnummer" ist, woher weiß jetzt der Internet-Server, an welchen der 10 PCs er seine Seite schicken soll? Der Online-Anbieter rückt nur eine Adresse heraus, die Internet-IP-Adresse.
Den Job übernimmt der Router. Er macht nämlich das gleiche, wie der DHCP-Server des Online-Anbieters: Er verteilt an alle angeschlossenen Rechner eine eindeutige IP-Adresse. Damit die nicht in Konflikt gerät mit der des Online-Anbieters hat der Router seinen eigenen Adresskreis, der nur in Deinem Heimnetzwerk gültig ist. Das liegt ganz einfach daran, daß man sich bei Erfindung der IP-Technik gewisse Bereiche von vornherein reserviert hat, die nicht für das Internet verwendbar sind. Einer der bekanntesten Adressbereiche ist 192.168.2.1, wobei die "2" und die "1" beliebig zwischen 1 und 255 liegen können (0 geht nicht).
Das kannst Du bei Deinem Rechner ganz einfach nachprüfen, klicke mal auf Start und "Ausführen", tippe "cmd" ein und klicke OK. Es öffnet sich ein DOS-Fenster, da kannst Du dann "ipconfig" eingeben und Enter drücken. Als Ergebnis siehst Du einen Haufen Adressen, darunter sicher auch welche, die mit "192.168" anfangen. Es gibt noch andere private Adressbereiche, kann also theoretisch auch anders aussehen, aber das sind die häufigsten.
Entsprechend kannst Du Deinen Router, der außerdem auch noch über einen kleinen Webserver verfügt, wie eine Internetseite in Deinem Browser aufrufen, indem Du seine Adresse eingibst. Bei T-Online etwa ist es in den meisten Fällen "http://192.168.2.1". Kannst Du ja mal ausprobieren.

Also, was passiert nun? Wenn Du Deinen Rechner an den Router anschließt, fragt Dein Rechner (weil er ein Netzwerkkabel erkannt hat) sozusagen "in's Blaue", ob da jemand ist, der ihm eine IP-Adresse geben kann - denn ohne ist der Netzwerkverkehr (hier) nicht möglich. Der erstbeste Server, der in der Lage ist, Adressen zu verteilen und zu reservieren, ist in diesem Fall Dein Router, der dann nachschaut, wieviele Adressen er noch frei hat und welche (das sind im Regelfall 254 Adressen, die 1 ist meistens für den Router reserviert), davon sucht er die erste freie heraus und vergibt sie Deinem Rechner. Die ist solange gültig, bis Du Deinen Rechner ausschaltest, das merkt der Router und gibt die Adresse wieder frei - genauso also, wie es der große DHCP-Server des Online-Anbieters macht. Wenn Du nun 10 PCs drangesteckt hast und Dein PC hat die Adresse 192.168.1.100 bekommen, dann wird der nächste 192.168.1.101 bekommen. Schaltest Du Deinen Rechner wieder aus, der zweite läuft noch und ein dritter kommt hinzu, bekommt er dann meistens die 192.168.1.100 wieder, weil sie ja jetzt frei ist.

Der Router "kennt" seine Schäfchen, weiß also genau, wenn nun einer dieser 10 PCs eine Anfrage an das Internet geschickt hat. Das merkt er sich und wenn dann die Seite vom Internet zurückkommt, schaut er nach, welcher PC nun diese Seite bekommen soll und schickt sie an diesen zurück. Die anderen 9 PCs bekommen also nicht die gleiche Seite zugeschickt. Nach außen zum Internet hin sieht es für den Internet-Server so aus, als wäre nur eine IP-Adresse der Anfragende, und das ist der Router selbst. Wenn die anderen 9 gleichzeitig im Internet sind, sogar auf der gleichen Internetseite, dann sieht es für den Internet-Server trotzdem so aus, als wenn es nur von einem Rechner käme. Allerdings gilt das nur für die IP-Adresse, man schickt aber mit jeder Anfrage auch weitere Daten wie Rechnername, Betriebssystemversion, Browserversion usw. heraus, die trotz gleicher IP-Adresse entsprechend unterschiedlich beim Internet-Server aussehen. Diese Daten werden aber meistens nur für Statistiken benutzt, nicht für Steuerungsfunktionen, daher ist das völlig egal.
Das ist auch der Grund, warum man mit der Sperrung einer IP-Adresse niemanden aus einem Forum aussperren kann: Denn man würde nur die Internet-IP-Adresse aussperren, was eine Adresse für 10 PCs im Beispiel ist. Alle könnten dann die Seite nicht mehr aufrufen. Aber eben auch nur so lange, bis der Online-Anbieter eine neue IP-Adresse dem Router nach der Zwangstrennung zuweist, dann kann man die Seite wieder aufrufen. Aber jemand anders, der dann gerade diese Adresse bekommt, kann die Seite dann nicht mehr aufrufen und weiß nicht, warum.

Daher kannst Du Dir nun sicher vorstellen, daß es keine IP-Adressen eines Vorbesitzers gibt, außer dem jeweils eingestellten privaten Adressbereich, und der ist bei den meisten Routern gleich. Man kann den Bereich aber in den Routereinstellungen auch verändern, wenn man will. Allerdings sollte man wissen, welche Adressen möglich sind...:-)

Wenn Du wissen willst, wie die Internet-IP-Adresse ist, die Dein Router im Moment gerade verwendet, mußt Du einfach nur die Konfigurationsseite Deines Routers aufrufen, so wie oben beschrieben. Normalerweise muß man dann noch ein Kennwort eingeben, um in die Routerkonfiguration zu kommen, das ist bei neuen Routern meistens "0000". Wenn das bei Dir auch so ist, solltest Du das Kennwort nach dem Anmelden ändern, denn sonst kann man Dir auch von außen Deine Routereinstellungen unter Umständen verändern.
In den Routereinstellungen gibt es meistens einen Menüpunkt "Status", da kann man dann nachschauen, was mit der gerade laufenden Verbindung los ist, also wie schnell sie ist, welche IP-Adresse, ob man online ist usw.

Das war natürlich jetzt alles stark vereinfacht dargestellt, in Wirklichkeit steckt da noch eine Menge mehr dahinter, aber das würde hier zu weit führen.

Viele Grüße

Christian
:fisch:

anema
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Beitrag von anema » 06.11.2008, 00:02

Hallo Christian,
Du kannst echt suuuper erklären. Das hab selbst ich verstanden und ich bin echt der totale computerblödmann.
Noch mal danke, obwohl ich das ja garnicht gefragt habe..aber wieder schlauer geworden:)

liebe grüße
anema

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Beitrag von Zumsel » 06.11.2008, 00:27

Hallo anema,

danke für die Blümchen, freut mich, wenn ich auch Dir weiterhelfen konnte...:)

Viele Grüße

Christian
:fisch:

Storm
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Beitrag von Storm » 06.11.2008, 02:32

Hallo Christian,

nach dem ichheute eh nicht schlafen konnte, habe ich das alles hier mal gelesen und du wirst lachen, sogar verstanden. Selbst das mit der Erklärung wie ich meine IP sehen kann.
Super!
Dankeschön noch einmal!

Dies so schnell hier nachzulesen, damit haben wir wirklich nicht gerechnet, doch es beruhigt uns gerade ungemein und ich bin stolz auf mich, dass ich dich danach fragte und du meine Frage auch so ernst genommen hast, und sie uns beantwortet hast.

Vielen lieben Dank von den
Storm´s

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Beitrag von Zumsel » 06.11.2008, 19:03

Hallo Storms,

dafür ist ein Forum da, um Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen...:-)

Freut mich, daß alles angekommen ist.

Viele Grüße

Christian
:fisch:

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