Wie schon in der Rubrik "Schönes" zu lesen ist, ist der innere sichere Ort sicher das beste, was einem multiplen Menschen passieren kann. Endlich ist es vorbei, daß alle Innenpersonen wieder und wieder ihre Geschichte erleben müssen, endlich können sich alle begegnen, miteinander reden, gegenseitig helfen. Und wenn es Menschen außen gibt, die zuhören, dann wird es auch sehr viel Kontakt von vielen zur Außenwelt geben.
Schade nur, daß man nie mal die Wunder eines solchen sicheren Ortes zu Gesicht bekommen wird. Das stimmt wohl, denn das ist ja auch der Sinn der Sache. Daß eben nichts und niemand dort eindringen kann und sie damit dort alle endlich in Sicherheit sind.
Nichts? Naja, das ist nicht ganz richtig. Also nicht gerade eindringen - aber es gibt Berichte darüber, daß die Möglichkeit besteht, nicht allzugroße Gegenstände mit nach innen zu nehmen - oder von dort mitzubringen. Wenn man es nicht weiß, kommt man sicher nicht so ohne weiteres auf die Idee, so etwas auszuprobieren (und es sei hinzugefügt, daß das ein anstrengender Vorgang sein soll).
Das kann ein Stift sein oder ein Ring oder was auch immer nicht die ungefähre Größe einer Hand überschreitet, also selbst ein kleines Handy. Oder eine Blume, die innen gewachsen ist und nun mit nach außen gebracht wird, ein lebendiger Organismus also. Ich weiß, daß das absolut unvorstellbar klingt - und mittlerweile denke ich, daß dies EXAKT so wohl auch nicht funktioniert.
Der Übergang von "innen" nach "außen" ist relativ - wo beginnt das "Außen" für einen Menschen, der zwischen verschiedenen Realitäten innen und außen hin und her wechselt? Ich halte es für möglich, daß jemand, der so etwas erlebt hat, der festen Überzeugung ist, dies tatsächlich genau so erlebt zu haben, da ich jedoch bis heute keine echten Beweise dafür gefunden habe, gehe ich davon aus, daß es nicht "unser Außen" gewesen ist, sondern eine real erscheinende innere Kopie des Außens, die sich durch nichts von dem "echten" Außen unterscheidet. Das dies möglich ist und nicht so selten passiert, können sicherlich viele bestätigen, denke ich. Auch Nicht-Multis erleben ja beispielsweise in sehr real wirkenden Träumen auch bisweilen den Zustand, diese im Moment des Traumes nicht von der Realität unterscheiden zu können und beim Erwachen erst einmal eine Zeit brauchen, um in die Realität zurückzufinden - unter Umständen auch nachsehen, ob das Erlebte in der Realität auch wirklich nicht stattgefunden hat - zum Beispiel das im Traum weggeworfene Hemd im Schrank suchen.
Vielleicht ist es Dir als Betroffene auch schon einmal passiert, daß Du Gegenstände in der Wohnung gefunden hast, von denen Du Dir nicht vorstellen konntest, woher sie gekommen sind. Oder umgekehrt verschwunden sind und nicht wieder aufgetaucht, oder erst Tage später an Orten, wo Du sicher warst, bereits danach gesucht zu haben. In diesen Fällen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, daß eine Deiner Innenpersonen diese Gegenstände an Orten versteckt hat, die Du nicht kennst oder auch nicht wahrnimmst, weil Du sie nicht wahrnehmen sollst, obwohl sie vielleicht offen auf dem Tisch liegen, etwa wie beim Lesen von Texten, die für eine andere Person innen bestimmt sind. Oder aufgetaucht wie die Dinge, die im Einkaufswagen liegen und die anscheinend niemand dort hineingelegt hat.
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